Sonntag, 6. Dezember 2009

Körperarbeit "Bouncing"

Im Wing Tjun wird viel über die Körperarbeit diskutiert. Es gibt viele Ansichten und viele Meinungen, was Richtig oder Falsch ist. Viele arbeiten sehr verschieden und auch sehr individuell. Es ist ok, wenn jemand seinem Körperbau entsprechend, sich anders bewegt. Dennoch gibt es falsche Bewegungen, die nicht im Wing Tjun enthalten sein dürfen. Diese entsprechen nicht den Prinzipien und Konzepten, wonach sich das System richtet. Techniken oder Bewegungen können varrieren und komplett anders aussehen, müssen dennoch den Prinzipien folgen, sofern man noch Wing Tjun pratizieren will.

Doch Körperbewegungen, die nach vorne und nach hinten gehen, das sog. "Bouncing", sind prinzipiell falsch. GM Tang Chun Pak, Großneffe und Nachfolger von GM Tang Yick sagte dazu folgendes : "As on the way of body movement, the power of Weng Chun un, at least the Weng Chun Kuen taught by Grand Uncle Tang Yick was never generated by the back and forth and deep bow movement of the upper body. It is not in Grand Master Chu Chong Man's Chong Kuen, Wooden Dummy, nor the Sam Bai Fut of Grand Master Law Chiu Woon. I do not know why Wei Yan could have taught about it. Such body movement had never been mentioned by any of my Si Hing's who were personally present when the Grand Masters were exchanging there knowledge"

In deutsch:
"Wie sich der Körper bewegt, die Kraft des Wing Tjun, auch bei der Wing Tjun Kuen Form von Großonkel Tang Yick wurde nie Kraft generiert, indem man den Körper vor und zurück bewegte. Diese Bewegung war nicht in GM Chu Chung Mans Chong Kuen, Holzpuppe und nicht in der Sam Bai Fut von GM Loo Chiu Woon. Ich weiß nicht, warum Wai Yan hätte sowas zeigen sollen. Solche Körperbewegungen wurden nie von meine Sihings trainiert, die noch persönlich dabei waren, als die Großmeister ihr Wissen und Können austauschten."

Was GM Tang Chung Pak damit sagen will ist, dass das "Bouncing" im Wing Tjun nie existiert hat und eine Fehlinterpretation von "Tun" sein könnte, was bedeutet, sich in der Hüfte abzusinken. Diese Bewegung mit "Chum" ist sehr wichtig für das generieren von Kraft aus der Hüfte, in Kombination mit der Schrittarbeit. Aber das "Bouncing" hat hier nichts verloren.

In den meisten Kung Fu stilen wird das AUF und AB des Körpers nicht benutzt. Diese Bewegung kommt weder im WingTjun vor noch im Hung Gar, Praying Mantis, White Crane, Pak Mei etc. Nur in Hsing I und in Yi Quan findet man ähnliche Bewegungen.

Ich persönlich habe einige alte Videos von GM Wai Yan, GM Tang Yick und von deren Schüler gesehen, die ebenso das "Bouncing" nicht nutzen. Sogar GM Cheng Kwong, der 30 Jahre Schüler von GM Wai Yan war, kennt diese Bewegung nicht.

Ob nun dieses "Bouncing" gut oder schlecht ist, kann jeder für sich selber herausfinden, für mich jedenfalls ist es falsch und gehört nicht in das WingTjun, WengChun, VingTsun etc. System.

Die Körperarbeit, die im Siu Lam WingTjun herscht ist sehr simpel und sehr genial. Die Kraft wird aus der Hüfte, aus dem Stand und aus der Schrittarbeit gewonnen. Dabei kann der Oberkörper kurzfristig in eine "Ham" Position fallen, um die Gelenke besser auszunutzen. Jedoch beugt sich dabei der Körper nicht nach vorne, sondern sinkt einfach ab.

Mehr Videos von Sifu Taner könnt Ihr anschauen unter http://www.youtube.com/user/wtkung4u.

Freitag, 4. Dezember 2009

Historische Reise nach China und Hong Kong

Unter dem Motto „ Auf den Spuren der alten Großmeister“ begann die Reise von Amsterdam nach Hong Kong und China mit Sifu Taner Erdogan und seinem Lehrer GM Sergio P. Iadarola

Spät in der Nacht ging es von Amsterdam nach Hong Kong. Der 12 Stunden Flug ging schnell vorüber, da alle Kung Fu reisenden noch Müde vom Lehrgang vom Vortag waren. In Hong Kong angekommen wurden wir auchschon von GM Tang Chun Pak, GM Sunny So und Sifu Clifford Ip zum Essen eingeladen.Die erste Schlangensuppe schmeckte ein wenig komisch aber wärmte den Körper auf.


Am nächsten Tag wurde dann auch schon trainiert. Gemeinsam mit unserem Sifu GM Sergio Iadarola machten wir uns auf zum Park. GM Tang Chun Pak, der Nachfolger vom legendären GM Tang Yick, nahm uns freundlich in seine Trainingsgruppe im Park in Hong Kong auf. Zusammen mit GM Sunny So, erklärte GM Tang Chun Pak die Formen und die dazugehörigen „Zwei-Mann“ Chi Sao Übungen. Sifu Taner hatte vor Ort die Möglichkeit, noch einmal genauestens korrigiertzu werden. Ein Sparring mit den Schüler vor Ort, rundete den erfolgreichen Start in Hong Kong ab. Am Abend besuchten wir noch das Grab von GM Yip Man und erteilten somit unseren Respekt vor dieser großen Kung Fu Legende.

Nach einer Woche aufenthalt in Hong Kong und training und besuch bei verschiedenen Wing Chun Meistern, ging es dann nach Fatshan weiter. Begleitet wurdenwir von GM Sunny So und Sifu Clifford. Wir wollten einen alten Tempel aufsuchen,wo nach der Legende nach Chi Sim der Tang Familie das Wing Tjun zeigte.Nach dem Chi Sim vom Süd Shaolin Kloster geflüchtet war, war einer der Orte, in denen er zuflucht suchte der Fei Lo Chi Tempel.

Vorerst besuchten wir vor Fatshan einen Karate und Taekwondo Meister Sifu Lau. Er lud uns zum Essen ein. Beim Essen hatten wir die Möglichkeit, mit Sifu Lau über die Entwicklung der Kampfkunstszene in China zu sprechen. Er kannte viele Meister aus verschiedenen Stilen und pflegte einen sehr guten Kontakt zu ihnen.


In Fatshan besuchten wir noch das Yip Man Museum. Anschließend ging es dann weiter in Richtung Temple. Der Tempel war nur mit dem Boot zu erreichen und lag hoch oben auf den Bergen. Wir mussten tausende Treppen laufen und waren sehr berührt von diesem Ort. Vor ca. 2000 Jahren wurde hier noch WingTjun trainiert und wir waren nach dieser Zeit, die ersten WingTjun´ler, die diesen Tempel betraten. Wir konnten uns nicht nehmen auch hier vor Ort zu trainieren. Gemeinsam mit unserem Sifu GM Sergio machten wir unsere Formen und trainierten Chi-Sao. Es war sehr bewegend und emotional zu gleich. An diesem Ort hatte die Tang Familie mit ihrem WingTjun training begonnen. Heute standen zielstrebige und enthusiastische Kung Fu begeisterte Personen auf dem Berg, die noch von dieser Familie lernten. GM Sunny So, der letzte Schüler von GM Tang Yick, war ebenfalls sehr berührt von diesem magischen Ort.


Zurück in Hong Kong wurden wir dann noch von Sifu Clifford und GM Sunny So zum Essen eingeladen. Am letzten Tag hatten wir noch einmal die Möglichkeit, im Park mit GM Tang Chun Pak zu trainieren. Wir verabschiedeten uns von allen Meistern und bedankten uns, für die tolle und herzliche Gastfreundschaft.

Mehr informationen findet ihr unter www.wingtjun.com, www.iwkawingtjun.de